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Extrakte

Flechtwerke und Schaubilder
28.03. bis 10.04.2021
Anette Kuhn

 

 

Beginn:   Samstag, 27.03.2021   um 16 Uhr

 

 


© Anette Kuhn

 

 

Der Pavillon als Bildspeicher. Anette Kuhns opulente Bilderwelten führen den Betrachter mitten hinein in ein enormes visuelles Rauschen aus geflochtenen Bildern.
Simulierte Schulkarten stellen einen Bezug zum ehemaligen Schulgebäude der Ateliergemeinschaft Milchhof her.

 

Wie vieles Andere, nehmen wir Bilder heute inmitten einer Geräuschkulisse wahr. Bilder kommen im Plural, sind fragmenthaft und treten gleichzeitig auf. Auf der Suche nach Information trainieren wir unsere Fähigkeit, immer schneller aus großen Datenmengen auszusuchen. Wer digitales Sehen tagtäglich übt, wird bei der analogen Begegnung mit einem einzelnen Bild nervös. Unser Nervensystem leidet an und genießt zugleich die Simultaneität von Reizen, unsere Haptik die des Wischens glatter Oberflächen. Bedeutung entsteht nicht aus dem Einzelnen, Vollständigen, Fertigen. Bilder sind Bausteine für Mögliches. Sie sollen stimulieren, ohne konkret werden zu müssen. Je offener und bruchstückhafter sie sind, desto geeigneter erscheinen sie für neue synaptische Verbindungen.
Inhaltlich ist es unser Umgang mit dem Zuviel, der Unmässigkeit, der Reizüberflutung, der mich interessiert und seine untrennbare Verbindung mit der Kehrseite der Produktion: dem Müll. Ich liebe es, Widersprüchliches nebeneinander zu stellen, weil es zur gleichen Kosmologie gehört.

Ein mögliches Ganzes entsteht aus vielen Bildern. Es erscheint chaotisch, dicht, unüberschaubar. Es ist der Betrachter, der Verbindungsfäden zieht, ein Netz von Bezügen schafft und letztlich ein sinnstiftendes Gewebe. Das Schöne an Komplexität besteht gerade darin, dass es nicht in einem Satz ausgedrückt werden kann.