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Nichts ist wie es scheint // 22.05. - 01.06.2010


© Ralf Zimmermann

Folgt die Darstellung von Landschaften einem romantischen Ideal? Nicht zwingend. Das Bild entsteht ja erst im Kopf des Betrachters. Die Frage ist deshalb: Sieht der Betrachter die Landschaft durch die romantische Brille? Es hängt also vom Betrachter ab, nicht vom Bild.

 

 

© Ralf Zimmermann

 
Der Künstler RALF ZIMMERMANN im Interview mit dem Kurator THOMAS MEYER :


Was wäre das Gegenteil von Romantik?
Romantisch meint in der ursprünglichen Bedeutung „wie ein Roman“. So gesehen wäre das Gegenteil „dokumentarisch“. Die Romantik bezeichnet zuerst die Kunsthaltung, die der Klassik entgegengesetzt war. Also: raus aus den weißgetünchten Tempeln, rein in den Wald. Heute steht „romantisch“ eher für „stimmungsvoll, schwärmerisch“, das Gegenteil von „nüchtern, analytisch“.
Gibt es einen Zusammenhang zwischen Romantik und Wissenschaft? Die beiden führen ein widersprüchliches Verhältnis. Für den Romantiker war früher alles besser.
Der Wissenschaftler aber hat die Wahrheit nur gepachtet: Nur EIN neuer Beweis kann Jahrhunderte alte Gewissheiten über den Haufen werfen. Man merkt: Die beiden passen nicht zueinander.
Ist Romantik überhaupt zeitgemäß? Klar, im Kerzenschein lässt sich die Raufasertapete besser ertragen. Romantik steckt in jedem BIO-Ei. Deutsche Fernsehwerbung ist auch ganz weit vorn im Rückwärtsblicken und Verkleistern. Das werden wir wohl nie loswerden.
Welche Sehnsüchte gibt es in einer hochentwickelten Gesellschaft? Für jemanden, der im Wald wohnt, ist der Wald gefährlich. Romantik entsteht in den Köpfen von Menschen, die mit Maschinen zu tun haben, die in winzigen Büros arbeiten müssen, die in der Enge der Städte leben. Daher kommt es zu der Verklärung des Gegenteils: Romantik ist das lebenswichtige Opium für das Volk. Kuschelrock für alle, die keine Rockmusik mögen. Und was kommt danach? Das Leben der Menschheit auf diesem Planeten ist endlich. Falls wir dann gezwungenermaßen auf dem Weg in andere Galaxien sein sollten, geht es mit der Romantik erst richtig los: „Weißt du noch, damals auf der Erde...“. Unsere visuelle Wahrnehmung ist geprägt von unseren Seh-Erfahrungen und Seh-Erlebnissen. So kommt es, dass ein Jeder ein anderes Bild vor Augen hat. Das gilt natürlich gerade für Landschaften (War ich schon mal dort?) und insbesondere für die Malerei, der Kunst des Ungefähren. Für mich ist das Malen von Landschaften eine Seh-Schule, jedes neue Bild, jedes Detail eine neue Seh-Erfahrung. Meine Arbeiten sind Protokolle eines neugierigen Betrachters.

Ralf Zimmermann im Interview

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