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PHOTOTABLEAUX

18.02. bis 27.02.2022

Jürgen Baumann

 

 

Eröffnung: Donnerstag, 17.02.2022 um 19 Uhr

 

Wir freuen uns, euch mit Abstand und frischer Luft auf dem Hofgelände des Milchhof e.V.

zu begrüßen gemäß den jeweils gültigen Bestimmungen.

 

 

© Jürgen Baumann

 

 

Wirklichkeit - Wirklichkeits-Konstruktion und Dekonstruktion


Jürgen Baumann zeigt mit seinen künstlerischen Fotoarbeiten einen ungewöhnlichen und äußerst kreativen Umgang mit fotografischem Material.
Dabei gelingt ihm eine Form der Darstellung von Wirklichkeit, die an die Diskurse von radikalem Konstruktivismus (Wirklichkeit ist nicht loslösbar vom Betrachter zu denken, dieser bringt durch den Akt der Beobachtung Wirklichkeit erst hervor), Systemtheorien (Systeme, Synergien, Chaos und Ordnung) und auch Dekonstruktivismus (Derrida) erinnern.

 

Im Vorgehen zeigt er sich in seiner Haltung gegenüber des eigenen Bild-Materials als „Praktiker der Dekonstruktion“. Er arbeitet zwar innerhalb eines Bildsystems, aber mit der Absicht, es aufzubrechen, mit dem Sinn zu spielen, indem immer wieder neue Verbindungen, Korrelationen und Kontexte bereit gestellt werden. In dieser Haltung steckt eine tiefe Skepsis gegenüber der dargestellten Wirklichkeit und eine ständige Bereitschaft, die vorgegebenen Konstruktionen wieder aufzulösen.

 

So entstehen Strukturen und Bilder, die den Betrachter auf sich selbst zurück werfen und ihn mit sich selbst und seinem eigenen Wertesystem konfrontieren. Er kann in dieser Auseinandersetzung in erster Linie etwas über sich erfahren, über seine Reaktionen und Emotionen. Sehgewohnheiten werden so hinterfragt, Selbstverständliches wird neu zur Disposition gestellt.

 

Die komplexen Bildinformationen verdichten sich zu einer Art Projektionsfläche und bieten Raum für die „Gleichzeitigkeit des Anderen“. Es ist das, was man sieht oder zu sehen glaubt und immer auch etwas ganz anderes. Der Betrachter wird so eingeladen, sich mit dem Bild zu beschäftigen und das Bildhafte auf sich wirken zu lassen. Die Wirklichkeit der künstlerischen Arbeit entsteht erst durch den Betrachter im Betrachter selbst.

 

Jürgen Baumanns künstlerische Arbeiten verbinden die Suche nach Grundstrukturen unserer Wirklichkeit. Nicht die Unterschiedlichkeit der Objektwelt wird hier präsentiert, sondern neue Bezüge und Verbindungen werden gefunden und gezeigt. Die Vielseitigkeit und Unterschiedlichkeit der Ausgangs-Objekte verschwindet so hinter der Sichtbarmachung von Strukturen, Formen, Linien, Licht und Schatten sowie Farbigkeit. Die Arbeiten scheinen so auf ein höheres Ordnungsprinzip unserer Welt zu verweisen. Der Künstler eröffnet uns damit einen Möglichkeitsraum für das, was auch noch ist oder sein könnte. Die Arbeiten zeigen damit gleichsam eine Wirklichkeit hinter der Wirklichkeit.

 

Ines Walter
Systemikerin und Supervisorin

 

 

© Hartmut Kurz

 

© Hartmut Kurz

 

© Agentur für Fotografie

 

© Hartmut Kurz

 

© Hartmut Kurz

 

© Hartmut Kurz

 

© Agentur für Fotografie

 

© Hartmut Kurz

 

© Hartmut Kurz

 

© Hartmut Kurz

 

© Agentur für Fotografie

 

© Hartmut Kurz