strange fruit
11.07. bis 01.08.2026
Yasmin Alt
Eröffnung: Freitag, 10.07.2026 ab 19 Uhr
Finissage: Samstag, 01.08.2026 von 17 bis 20 Uhr

© Yasmin Alt
Die Objekte von Yasmin Alt in der Ausstellung „strange fruit" verknüpfen Elemente mit Bezügen zu Architektur, Design und Ästhetik mit natürlichen Gegenständen wie Baumstämmen und Wurzeln. Schichtplatten, Parkett, Dachbalken und Stuhlbeine werden in einer anthropologischen Schichtung übereinander gestapelt, modifiziert und verbinden sich mit Naturelementen. Es entstehen hybride Formen, in denen architektonische Ordnungssysteme und organische Wachstumsprozesse aufeinandertreffen und sich zu formal reduzierten Arrangements und Konstellationen vereinen.
In einem eigenen Ordnungssystem werden die einzelnen Objekte in Relation zueinander gesetzt und gleich einer Momentaufnahme zu einem festen Raumgefüge platziert. Jedes Objekt folgt dabei einem eigenen Gefüge von Abhängigkeiten und Verweisen. Die Arbeiten bewegen sich zwischen Konstruktion und Naturform; gemeinsam bilden sie ein präzise austariertes Ensemble, das wie die Momentaufnahme eines fortwährenden Transformationsprozesses erscheint.
Etwas rankt und reckt sich nach oben in der Ausstellung, doch die verwendeten Naturmaterialien sind abgestorbene Relikte einst lebendiger Pflanzen. Als Chimären aus organischen und künstlichen Stoffen spiegeln die Arbeiten eine Geosphäre wider, die von anthropogenen Eingriffen geprägt ist. Ein fragiles Equilibrium mit Stützkonstruktionen ergibt sich aus den Stapelungen und Verbindungen. Die Objektteile scheinen sich gegenseitig zu tragen und zugleich permanent vom Kollabieren bedroht zu sein. Geometrische Formen eröffnen einen weiteren Referenzraum: die Welt der Konzepte, Systeme und mathematischen Modelle. Eine Wandtapete überführt das organische Motiv einer Hecke in ein rasterhaftes, mathematisches Korsett und macht die Spannung zwischen natürlicher Unordnung und menschlichem Ordnungswillen sichtbar.
