Der Schlaf gebiert Ungeheuer
30.01. bis 07.02.2026
Evi Jägle, Jan Barner
Eröffnung: Donnerstag, 29.01.2026 um 18 Uhr

© Evi Jägle
Loslassen, Einschlafen, sich fallen lassen – der Weg in den Schlaf scheint sich unserem Willen zu entziehen. Er liegt jenseits unserer bewussten Kontrolle und gleitet beständig ins Unerreichbare. Die Schwelle des Schlafs verbindet Kontinuität mit Diskontinuität und erscheint doch als ein zeitlicher Übergang: eine Zeit, aus der wir nur Fragmente erinnern, eine Zeit, deren Logik sich dem Verständnis des wachen Lebens entzieht.
Und dennoch sind wir es, die in den Schlaf fallen, die durch die Traumwelt in den Tiefschlaf hinabsteigen, uns dort verlieren und dann an einem gänzlich anderen Ort, zu einer anderen Zeit, wieder an die Oberfläche zurückkehren.
Der Schlaf erscheint als ein performatives Durchqueren diskontinuierlicher Relationen einer Vielheit, deren Einheit sich im Ereignis des Einschlafens, Träumens und Aufwachens nicht in der Klarheit einer stabilen Identität darbietet. Vielmehr ist es die Offenheit möglicher Verbindungen, der Bruch der Kontinuität, die Einheit in der Mannigfaltigkeit, die die Performativität dieses Ereignisses ermöglicht. Wie lässt sich jenem Ereignis begegnen, in dem Vielheit als Einheit erscheint, ohne aufzuhören, Vielheit zu sein? Welche Bewegung erlaubt einen Vollzug des Erkennens aus der Verworrenheit, ein Erwachen aus dem Un-Erinnerbaren?
